Donnerstag, 27. Oktober 2016

In Familie

Stellas Schwester

Ein neuer Tag in einer herzlichen Familie

Seit unserer Ankunft vor drei Tagen, haben wir bei Stellas Familie wohnen dürfen. Ich  bin sehr sehr froh darüber, denn wirklich alles ist neu für uns. Zwar können wir uns mit Englisch verständigen, aber die meisten kulturellen Gepflogenheiten sind uns noch ein Brief mit sieben Siegeln. Wir dürfen eine Familie kennen lernen, in der jeder für den anderen da ist und für jeden ein offenes Ohr hat.


Stellas Tochter

Andreas und ich bewohnen einen kleinen Raum, den wir zum Schlafen nutzen und in den ersten beiden Tagen auch zum Erholen. Erholen heißt hier nichts tun, sich an die Wärme gewöhnen und das afrikanische Essen entdecken. Dabei kalte Getränke zu sich nehmen und fernsehen. Das Fernsehen ist hier ein Kanal, um sich zu informieren. Wahlen stehen vor der Tür und so gab es heute einen Journalisten, der die Korruption der letzten Regierung veröffentlichte. In Form eines Radiointerviews und mit Untertiteln in Englisch, 


Stellas Familie,  bestehend aus Mutter, Tochter, Schwester und ihren beiden Kindern, sind zusammengerückt und  überlassen uns zurzeit ein Zimmer. Die Tapete des Raumes besteht aus einem Streichputz, der nach dem Künstler Pollok mit bunten Farbsprenkeln versehen ist. Ein großes Fenster lässt viel Licht herein und ein Moskitonetz ist außen angebracht.

In der Wohnung gibt es selten eine Mücke. Doch außerhalb der Unterkunft zur Abenddämmerung hin, entdeckten sie bereits meine Beine. Ich schwitze sehr und meine dünnen Hautstellen werden gerne von den kleinen Mücken ausgewählt.

 

Stellas Mutter


Dienstag, 25. Oktober 2016

Interessanter Montag und Dienstag



Interessanter Montag


Nach unserem langem Flug folgte eine 2-Stündige Suche nach der richtigen Unterkunft! Das war eine interessante Nachfahrt. 

Es war noch fast 28 Grad warm, stickig und schwül. Am Flughafen gab es viele Menschen, die ihre Dienste und freiwillig und aktiv anboten. Da uns Freunde abholten, die sich auskannten, wurde die Frage, wie man sich dabei verhält, verschoben. Auf Nachfrage, wurde uns mitgeteilt, dass wir schließlich nicht jedem etwas geben können. Will man etwas geben, dann sollte man nur jeweils eine Person beauftragen, ihre Hilfe in Anspruch nehmen oder bei einer Gruppe ein Gesamtpreis aushandeln. Ist auf Twi, einem der einheimischen Dialekte nicht ganz so einfach für uns Ausländer. 

Als wir dann des Nachts durch die Gebiete fuhren, um zu unserer Unterkunft zu gelangen, fuhren wir abseits der Hauptstraße durch sehr unterschiedliche Gebiete. 

In einer Straße, die auch eine maroden Straßenoberfläche hatte, mit vielen und tiefen Löchern, standen am Straßenrand unendlich viele Autos, die teils ausgeschlachtet waren, teils unglaublich viele Schäden an der Karosserie aufwiesen. Bürgersteige habe ich in den Nebenstraßen nicht entdeckt! 

In einer anderen Straße sang eine Gospelgemeinde und ihr gegenüber lagen Straßenkinder vor Geschäftseingängen in Dreierreihen und schliefen.

Als wir an den Ampeln hielten, versuchten Straßenhändler ihre Waren feil zu bieten. Die kleinen Läden an der Hauptstraße schicken ihre Verkäufer auf die Straße, die dann die Waren auf dem Kopf transportieren und verkaufen. Sie gehen auch auf die umliegenden Wohnungen zu und bieten dort über das Fenster ihre Waren an. So ist es heute am Dienstag geschehen, als wir gemeinsam im Wohnzimmer saßen und frühstückten.



Ankunft am 24.10.2016

Nachdem wir um 4.15 Uhr aufgestanden sind und unser Gepäck bis 6.20 Uhr aufgegeben haben, sind wir pünktlich gestartet. In Heathrow hatten wir einen Anschlussflug, der sich zunächst um 1 Stunde und dann um insgesamt 3 Stunden verzögerte: warten auf eine andere Maschine und Schließprobleme einer Tür.
Statt 19 Uhr, waren wir dann 22.30 Uhr in Accra. Lawrence Otoo holte uns liebenswerterweise vom Flughafen ab. 

Mehrmaliges Vorzeigen der Pässe, der Gelbfieberimpfung, eine Wärmekamera, eine Irisabtastung, Kopieren der Ausweise, Fingerabdrücke und der Wunsch eines guten Aufenthaltes erwarteten uns bei der Einreise. 


Nach einigen Ortsproblemen waren wir um 1 Uhr in der familiären Unterkunft, wo wir sehr herzlich aufgenommen wurden. 

Mein nettestes Erlebnis begann an diesem Tag bei der Personenkontrollen. Ein netter Kontrolleur und ehemaliger Konfektionsschneider erklärte mir, wie die Metalldetektoren funktionieren: Manchmal reagieren sie auch, wenn man gar kein Metall trägt. Ich muss fast immer abgetastet werden und bringe das immer mit meinen Bügel-BHs in Verbindung. Doch der Herr kannte sich ja aus und teilte mir mit, dass die meisten Bügel-BHs heutzutage doch  mit Kunststoffbügeln versehen sind. Das war mir als Frau neu!:-)) Ich ließ mir nicht anmerken, dass ich das nicht wusste, bestätigte seine Äußerungen und wünschte ihm noch ein wenig perplex, am Montagmorgen, ein schönes Wochenende! ;-))

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Nachwehen der Gelbfieberimpfung


Am Montag war mein letzter aktiver Geschäftstag. Unfreiwillig! Am Montagabend hat jemand bei uns quasi den Stöpsel gezogen. Schüttelfrost, heißes Gesicht, Gliederschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen. Den ganzen Dienstag haben wir geschlafen, fast 20 Stunden. Heute geht es etwas besser. Bin jedoch noch schlapp. Die Ärztin vom Gesundheitsamt hatte schon prophezeit, dass grippeähnliche Symptome nach der Gelbfieberimpfung etwas später auftreten können. Und sie trafen Andreas und mich fast zeitgleich. Jetzt kann es nur besser werden! Und ich werden den Rat meiner Heilpraktikerin befolgen: Keine körperlichen Anstrengungen!

Sonntag, 16. Oktober 2016

Sonntag, 16.10.2016




Gedanken: Eine Woche vor Reisebeginn - Kofferinhalt


Ein wenig freudig erregt, sitze ich nun Mitte Oktober zu Hause und überlege, was wir in dieser Woche noch alles erledigen müssen und was noch in den Koffer gehört. Wir fliegen mit British Airways und dürfen jeweils 2 Koffer und 40 Kilo Gepäck mitnehmen. Muss noch nachsehen, ob das Handgepäck inbegriffen ist oder ob es noch zu den 40 kg gewogen wird.

Ich war noch nie in Afrika, wenn ich mal von Mauritius absehe.

Was soll ich bloß an Kleidungsstücken einpacken? Im Vorhinein wurde schon viel Angst verbreitet: Lange Kleidung anziehen; Mückenschutz; Sonnenschutz; Malariaprofilaxe..., mückendichte Kleidung.....
In Ghana ist jetzt Frühling, habe ich mir sagen lassen. Beim Blick auf die Wetter-App: 31 Grad?! Ist für mich Hochsommer! Und dann lange Kleidung tragen? Okay. Etwas Luftiges vor Ort und auf dem Flug noch deutsche Herbstkleidung, die ich auch wieder auf dem Rückflug tragen werde.

Wenn wir ankommen soll es um die 30 Grad warm sein und die darauffolgenden Tage, so kündigt es der Wetterfrosch an, sinken die Temperaturen auf 25 Grad in der Nacht. Habe mich wohl verlesen und die 31 Grad waren die Nachttemperaturen? Na, ich werde es ja bald erfahren. Auf jeden Fall werde ich  Kleidung für eine Woche einplanen, die ich gut durchwaschen kann: ein paar Kleider, eine dünne Hose für abends und eine leichte Jacke. Ansonsten Sonnenschutz und Mückenarmbänder nicht vergessen. Da komme ich nicht auf 40 kg Gepäck. Vielleicht aber wenn wir zurückfliegen?!